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Demenzzentrum StattHaus Offenbach / Hans und Ilse Breuer-Stiftung

WG gründen

Sie möchten eine selbstverwaltete Wohn-Pflege-Gruppe gründen?

Informationen

Was sind WG's

Wohn- und Lebensgemeinschaft mit alltags- und familiennahen Strukturen

Informationen

WG gründen

Um eine selbstverwaltete ambulant betreute Wohngemeinschaft zu gründen, sind vorab einige grundsätzliche Fragestellungen und Bedingungen zu klären.

  • Damit eine WG gegründet werden kann, muss passender Wohnraum vorhanden sein oder organisiert werden. Je nach Gruppengröße (in der Regel 9 bis 12 Personen) sollten zwischen ca. 450 und 550 qm zur Verfügung stehen.
  • Mit einem vorhandenen Vermieter müssen im ersten Schritt bauliche und rechtliche Voraussetzungen wie z.B. Brandschutz sowie Ausstattungsmerkmale (z.B. Aufteilung sanitären oder sonstige Gemeinschaftsflächen) abgestimmt werden.
  • Darüber ist die Bereitschaft zum Abschluss von  Einzelmietverträgen versus eines Generalmietvertrages wünschenswert. Absprachen bezüglich einer Teilmöblierung (z.B. Einbauküche) sollten ebenfalls frühzeitig geführt werden.
  • Empfehlenswert ist es, bereits in der Anfangsphase eine/r unabhängige/r Moderator/in einzubinden, die beim Aufbau des Projektes unterstützt, indem sie die Akquise von WG-Interessenten/potenziellen Mietern übernimmt und die Initiatoren von der Gründung bis zum Einzug begleitet.

Im Bereich "Weiterführende Informationen" finden Sie Publikationen, in denen Entwicklungsschritte zur Gründung einer selbstverwalteten Wohn-Pflege-Gruppe aufgeführt sind. 

Hinweise zur Konzepterstellung

Jede WG stellt erfahrungsgemäß ein individuelles Projekt dar. Ort, Personen, architektonische und politische Rahmenbedingungen, der nötige Betreuungs- und Pflegebedarf, das Umfeld und die Infrastruktur, rechtliche Vorgaben und Gesetze, Möglichkeiten der Vernetzung – all dies sollte im Vorfeld bedacht und in einem Konzept zusammengestellt werden. 

 

Folgende Fragestellungen bzw. Bausteine sollten in Ihrem Konzept auf- und ausgeführt werden: 

  1. Wer ist der Initiator (Angehörige, Pflegedienst, Wohnungsbaugesellschaft, Verein/ Interessensgemeinschaft, Verband, Sonstige)?
  2. Welche Personen sollen in der Wohngemeinschaft leben (z.B. Menschen mit Demenz, gemischte Gruppe, Anzahl der Personen, Pflegegrade, Berücksichtigung des damit verbunden Betreuungs- und Pflegebedarfs)?
  3. Welche Personen sollen am WG-Aufbau beteiligt sein (z.B. Dienstleister, Ehrenamtliche Helfer, Nachbarn, Pflegeanbieter, Vermieter, Sonstiges)?  
  4. Gibt es eine Vereinbarung der Angehörigen zur gemeinsamen Alltagsgestaltung? Wenn ja, in welcher Form und wer ist daran beteiligt (z.B. zur Gründung eines Angehörigengremiums)?   
  5. Welche Verträge und Vereinbarungen sollen geschlossen werden (Mietvertrag,  Pflege- und Betreuungsvertrag, Vereinbarung Angehörigengruppe)?
  6. Welche Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten haben Angehörige bzw. gesetzliche Betreuer beim Aufbau und bei der Organisation der WG? 
  7. Wie soll die Einbindung der einzelnen Beteiligten in den WG-Aufbau und die WG-Organisation konkret aussehen? 
  8. Wie soll die Kostenstruktur aussehen (Höhe der Miete, Nebenkosten, Rücklagen)
  9. Wie viele Dienstleister werden voraussichtlich in die WG-Organisation eingebunden? Was wird voraussichtlich an Unterstützung benötigt? Wer soll diese erbringen? 
  10. Soll eine (professionelle) 24-Stunden-Begleitung eingesetzt werden? 
  11. Wer übernimmt die hauswirtschaftliche Versorgung und Verpflegung? Wer entscheidet über Einkäufe und bereitet das Essen zu?
  12. Wer führt die Haushaltskasse? 
  13. Welche Aufgaben hat der Angehörigensprecher? 
  14. Wer soll Ansprechpartner seitens der WG gegenüber Behörden (z.B. Sozialamt) sein? 
  15. Nach welchen Qualitätskriterien soll das Konzept umgesetzt werden?

 

Zur Information:

Seitdem ambulant betreute Wohn-Pflege-Gemeinschaften immer selbstverständlicher zur Versorgungslandschaft dazu gehören und gefördert werden sollen, bestehen für Gründer Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung seitens der Pflegekassen anzufordern. So besteht seit dem 1.1.2013 ein Gesetz, das WG-Mietern ermöglicht, beispielsweise bis zu 2.500 Euro pro Mieter (maximal 10.000 Euro pro WG) für z.B. nötige Umbaumaßnahmen von den Pflegekassen anzufordern. Außerdem erhält jeder Mieter 214 Euro monatlich von der Pflegekasse, um eine gemeinsame koordinierende Fachkraft zu finanzieren. 

Kontakt

Für Fragen steht Ihnen die Hessische Fachstelle für selbstverwaltete ambulant betreute Wohn-Pflege-Gemeinschaften unter 069-2030 5546 oder info@demenz-wg-hessen.de richten.

Ausgewählte, regional bedeutsame Fragestellungen können Sie ergänzend an folgende Ansprechpartner aus dem Hessischen Netzwerk ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaften richten:

 

Nord-/Osthessen

Torsten Rost (Alzheimer Gesellschaft Werra-Meißner-Kreis)
E-Mail: info@alzheimer-wmk.de

 

Mittelhessen

Angela Schönemann (WG-Koordinatorin, Marburg)
E-Mail: schoenea@web.de

 

Südhessen

Erika Tkocz (WG-Koordinatorin Villa Mathildenhöhe Darmstadt)

E-Mail: rcet2951@gmx.de